„Baden-Württemberg darf nicht der nächste Ruhrpott werden!“

Veröffentlicht am 07.10.2020 in Kommunalpolitik

In seiner letzten Mitgliederversammlung konnte der SPD Ortsverein Crailsheim einen prominenten Gast in Arbeitnehmerfragen begrüßen: Alessandro Lieb, mit gerade einmal 28 Jahren Betriebsratsvorsitzender von Bosch Schwäbisch Gmünd, Gewerkschafter und Stadtrat, stand Rede und Antwort zu den aktuellen Entwicklungen in der Automobil- und Zuliefererbranche.

Lieb diskutierte mit den anwesenden Genossinnen und Genossen über das drohende Ausmaß für die etwa 470.000 Beschäftigten im Land Baden-Württemberg, die zur Automobilbranche gehören.  Hier ist Lieb ausgewiesener Experte, gerade in Schwäbisch Gmünd plant sein Arbeitgeber bis zu 1.800 Stellen ersatzlos zu streichen.

Während immer schneller – bedingt durch den Mobilitätswandel, den Strukturwandel der Branche und die Coronapandemie – Stellen abgebaut werden, wird es aktuell noch verpasst, die wegfallenden Stellen neu zu schaffen oder die Angestellten durch Weiterbildungs- oder Qualifizierungsmaßnahmen für den Arbeitsmarkt vorzubereiten. „Baden-Württemberg darf nicht der nächste Ruhrpott werden“, sagte Lieb und forderte auf, dass man gerade für die sozial Schwächeren eine Nachfolgeplanung bei entfallenden Arbeitsplätzen benötigt. Ansonsten drohe Baden-Württemberg eine ähnliche Flaute in allen Belangen wie dem Strukturwandel unterliegenden Ruhrpott. Weiter müsse explizit dafür gesorgt werden, dass gesellschaftlich mehr Zuspruch und Ansehen für Handwerker entsteht. „Hier liegen viele Jobs der Zukunft“, mahnte Lieb und forderte im nächsten Atemzug Verständnis für die aktuellen Warnstreiks der öffentlich Beschäftigten. „Während der Hochzeit der Pandemie waren sich alle einig – das Gesundheits- und Pflegewesen ist unterbezahlt.“ Dies müsse sich in der aktuellen Tarifrunde widerspiegeln, der Applaus der Menschen reiche nicht zum Leben.

Der Stadtrat von Schwäbisch Gmünd diskutierte mit den anwesenden Crailsheimer Stadträten und Genossinnen und Genossen auch kurz die geplante Ansiedlung eines Amazon-Verteilerzentrums und die kommunalen Herausforderungen im Anblick der Coronapandemie. Im ersten Punkt waren sich die Anwesenden zumindest einig, dass man grundsätzlich nicht derart viel Fläche für eine minimale Anzahl an geringfügig bezahlten Arbeitsplätzen hergeben solle. (DA)

Bild:
Bei der Mitgliederversammlung der SPD Crailsheim begrüßte Roland Klie (links) den Betriebsratsvorsitzenden von Bosch Schwäbisch Gmünd (Mitte) und den SPD-Kandidaten zur Bundestagswahl 2021, Kevin Leiser (rechts). (Magnus Krause)

 
 

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